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An Luna / Auftrittskritiken

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„Mellow Melange“ überzeugte in der Kulturmühle


Weser-Kurier


BERNE. Die deutsche Sprache ist normalerweise nicht unbedingt das lyrische Metier, in dem sich die Bremer Formation "Mellow Melange" heimisch fühlt. Im aktuellen Programm "An Luna", welches jetzt in der ausverkauften Kulturmühle erklang, lässt man hingegen eine Vielzahl großer deutscher Dichter zu Wort kommen. Rainer Maria Rilke, Bertold Brecht, Erich Kästner, Johann Wolfgang von Goethe und Else Lasker-Schüler - sie alle spendeten die Lyrik für dieses Trio-Projekt, oder genauer gesagt: Ausgewählte Texte dieser großen Literaten stellten die Basis für die Vertonungen durch den bandeigenen Komponisten, Violinisten und Bratschisten Ingo Höricht dar. Der kreative Anstoß erfolgte ausgerechnet aus dem fernöstlichen "Land des Lächelns", wie der Komponist erklärt: "Eine japanische Agentur bat uns, doch auch einmal eine CD mit deutschen Texten zu veröffentlichen, da dort offenbar ein großer Interessentenkreis für so etwas besteht." Also wurden die heimischen Lyrikbände nach geeigneten Textquellen rund um das Thema "Liebe" durchforstet und die verwendete Lyrik nach eigenem Gusto ausgewählt: "Neben dem literarischen Inhalt stellte auch die vom jeweiligen Dichter erzeugte Sprachmelodik ein wichtiges Auswahlkriterium dar", so Höricht. Die namensgebende Melange erfolgt in diesem Programm also gleich im doppelten Sinne, stellen doch nicht nur die aus verschiedenst gearteten Stilmitteln gewobenen Kompositionen an sich bereits eine von jeglichem Genrebegriff losgelöste Mixtur dar; auch das harmonische Zusammenspiel des lyrischen Wortes und der Klangsprache der Melodie kulminiert in der im Projektnamen angepriesenen "ausgereiften, milden Mischung". Die Ausführung dieser mit stilistischen Anleihen von Ethno-Folk bis Jazz gesprenkelten, im Kern irgendwo zwischen zerbrechlichem Chanson und einschmeichelndem Pop anzusiedelnden Kreationen variiert zudem stets nach dem interpretatorischen Gusto der Akteure, gehört Höricht doch nicht zu den Komponisten, die ihre Werke en Detail bis auf die letzte Nuance ausformulieren. "Das wäre mir viel zu aufwändig", schmunzelt der kreative Impulsgeber der Gruppe. "Der Pianist beispielsweise orientiert sich lediglich an Akkordsymbolen." Dementsprechend dürfte das Berner Publikum diese lyrisch-melodische Melange in einer nicht eben üblichen Variation vernommen haben, bediente doch heuer der gewohnt souverän agierende Hans Jürgen Osmers in Vertretung des etatmäßigen Pianisten Michael Berger die schwarz-weißen Tasten. Osmers, musikalischer Leiter unter anderem der Vocalartisten und des Bremer Salonorchesters, der seine Arrangementfähigkeiten auch bereits in den Dienst so unterschiedlicher Akteure wie Bela B. oder Luci van Org stellte, gehört sowohl zu den musikalischen Freunden des Projektes als auch zu den regelmäßigen Gästen der Kulturmühle. Erst im April gastierte er zuletzt gemeinsam mit Sangesdame, Violinistin und Flötistin Sonja Firker im Rahmen eines anderen Projekts. Jene begab sich ihrerseits schon für Popgrößen von Grönemeyer bis Meat Loaf ins Studio. Ihre einschmeichelnde, klangbezogen dynamisch einfühlsame Vokalarbeit ist es dann auch, welche das Programm wie ein roter Faden durchwebt. Zwar intensivieren viele der musikalischen Interpretationen den primär melancholischen Grundtenor der Lyrik mit sehnsuchtsvollen, zerbrechlichen Melodien, gerne arbeitet das Trio jedoch auch mit musikalisch kontrastierenden Stilmitteln, wobei etwaige vorherige Vertonungen mancher Werke unberücksichtigt bleiben.Ausgerechnet Bertold Brechts "Vom ertrunkenen Mädchen" aus dem "Berliner Requiem" entwickelt so, im Gegensatz zur unter anderem durch David Bowie bekannten Kurt-Weill-Vertonung, mitunter sogar beschwingt-tänzerische Züge, während sich Ulla Hahns "Mit Haut und Haar" als anfänglich lasziver 6/8 zu einem dramatischen Finale steigert. Kein Wunder also, dass der verzaubernde Vortrag von "Mellow Melange" mit vehementen Zugabenforderungen belohnt wurde. (Christian Pfeiff)





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Letzte Aktualisierung:
Dezember 2016

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