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  » Wir und unsere Musik | » LIVE-PROJEKTE | Mottenlicht


Literatur und Musik: Mottenlicht


Antje Wagner liest Erzählungen aus ihrem Band Mottenlicht


Zu den Texten
Zur Musik
Biographien
Bibliographie
 



Ingo Höricht: Violine, Viola und Komposition
Michael Berger: Piano und Komposition

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Mottenlicht ist ein schaurig-schönes Literatur-Musik-Erlebnis zum langsamen Genießen. Es hinterläßt unter scheinbar stiller Oberfläche eine anhaltende Beunruhigung.

Für die Lesung haben wir - Ingo Höricht, Michael Berger und Antje Wagner -
drei Texte aus den insgesamt elf Erzählungen des Erzählbandes Mottenlicht ausgewählt.


Bilder von Joanna Kosowska

 
Foto: Joanna Kosowska


Zu den Texten

Foto: Joanna Kosowska
Tapetentüren
Es gibt sie. Die geheimen Tapetentüren. Im Leben eines jeden Menschen. Unauffällig in die Wände des Alltags gefügt, führen sie zu Räumen, wo alle Sicherheiten brechen können.

Verführerische, unheimliche Räume, die man, einmal betreten, vielleicht nicht mehr verlassen kann.

An jene Orte nimmt uns "Mottenlicht" mit. Fremd sind sie, sogar bizarr, und dennoch kommen sie uns vertraut vor.

Es sind die dunklen Orte in unseren Köpfen. Hier haben sie sich eingenistet: die im Alltag verschwiegenen Schrecken.
Hier dringen sie an die Oberfläche.

Die Texte spielen mit Elementen aus der Tradition der Romantik und der psychologischen Schauergeschichte,
zeigen jedoch Figuren, die im Haus gegenüber wohnen könnten.

Für dieses Hörbuch wurden drei von insgesamt elf Erzählungen ausgewählt.

Die Titelgeschichte erzählt von der zwölfjährigen Lena, die ein ungewöhnlich intensives Interesse für Insekten entwickelt. Sie ißt und schläft nicht mehr, ihre Welt gleicht immer weniger der ihrer Freunde.

Mit der langsamen Entfaltung der Geschichte betritt der Hörer Lenas zischelnde, raschelnde, sirrende,
von Insekten befallene Lebenswelt und gerät immer stärker in den Sog einer unheimlichen Vermutung.

Gratwanderung ist die Liebesgeschichte zweier Frauen. Alles scheint ganz einfach, bis die eine über Nacht
von dem Geheimnis der anderen überrascht wird.

Eisblumen ist ein Text von Leidenschaft und Eifersucht. Das Besondere dieser Geschichte ist ihr durchgängiger Sprachrhythmus. Er hat die Musiker zu zwei verschiedenen Versionen inspiriert.

(Antje Wagner)



Zur Musik

Foto: Joanna Kosowska

Klangfarben

Als ich die Erzählungen von Antje Wagner zum ersten Mal las, spürte ich von der ersten Zeile an eine große Nähe - zu den handelnden Personen, zur Autorin und vor allem eine Nähe zu unserer Musik.

Michael Berger und ich hatten gerade unseren Duo-Zyklus
"Moment musicaux" eingespielt, als wir "Mottenlicht" lasen.
Es schien, als ob wir - schon bevor wir uns kannten - von zwei verschiedenen Seiten aus an ein und demselben Projekt gearbeitet hätten.



Denn genau wie die Erzählungen ist auch unsere Musik ein dichtes Gewebe verschiedener Formen: Sie zeigt Anklänge an die romantische und spätromantische Kammermusik, an den Impressionismus, an Jazz und Neue Musik; mal ist sie schlicht und eingängig und dann wieder sperrig und verschlossen.

Wir begannen unsere bewußte Zusammenarbeit mit der Erzählung "Gratwanderung", ein Titel, den auch eines unserer Alben tragen könnte. In die Gedankenpausen des Textes haben wir musikalische Zwischenspiele eingefügt. Wir haben versucht, den Text nicht zu unterbrechen, sondern ihn in einer anderen Sprache weiterzuerzählen.

Die Erzählung "Mottenlicht" besaß bereits als Sprach-Text verstörende, zerbrochene Klänge. Wir haben zu dritt den Soundtrack aus dem Text herausgehört: Antje hat gelesen, wir Musiker haben improvisiert, probiert und diskutiert, notiert, komponiert - vor allem immer wieder weggelassen und gestrichen. Herausgekommen ist ein hermetisches Geflecht aus Text und Musik, dessen beklemmender Anziehungskraft auch wir uns nicht entziehen können.

Die kleine Erzählung "Eisblumen" schien auf Musik nur gewartet zu haben: Sie ging so leichtfüßig darin auf wie eine Tänzerin. Wir haben es zugelassen, daß sie sich mit zwei verschiedenen Kompositionen verbindet, sie konnte sich nicht entscheiden, welche besser zu ihr passt. So gibt es "Eisblumen" zweimal: als Ouvertüre und als Reprise unserer literarisch-musikalischen Gratwanderung.

(Ingo Höricht)



Biographien

Antje Wagner, 1974 in Lutherstadt Wittenberg geboren, studierte deutsche und amerikanische Literatur- und Kulturwissenschaften in Potsdam und Manchester. Sie arbeitete als Kellnerin, Barfrau und Sprecherin und lebt seit 1999 als freischaffende Autorin in Potsdam. Sie veröffentlichte bis jetzt drei Romane und zwei Erzählbände und erhielt mehrere Stipendien, u.a. im Schloß Wiepersdorf und dem Künstlerdorf Schöppingen. 2004 war sie Stipendiatin beim Klagenfurter Literaturkurs. 2006 wurde sie mit dem Erfurter Stadtschreiber-Literaturpreis ausgezeichnet.


Michael Berger erhielt schon in frühester Kindheit bei seinem Vater, dem Kirchenmusiker Günter Berger, Klavier- und Orgelunterricht. Später lernte er autodidaktisch Schlagzeug und nahm Klavier und Kompositionsunterricht, u.a. bei Luciano Ortis in Bremen. Er arbeitete musikalisch in verschiedenen Projekten, zusammen mit Vinko Globokar, Eberhard Weber, John Taylor, John Abercrombie, Serge Weber, Paul McCandless, Mathias Nadolny, Gunnar Plümer, Jo Thönes, Uli Beckerhoff und vielen anderen. Seine aktuellen Ensembles sind neben Mellow Melange: boomboom (nu jazz meets drum\'n bass), Maria de Fatima Trio (Fado-Jazz), Duo mit Christiane Müller (Chanson). Berger machte Tourneen durch Finnland, Schweden, Norwegen, Frankreich, England, Irland, die Schweiz, die Türkei und die Niederlande. In Zusammenarbeit mit der Avantgarde-Komponistin Joelle Leandre spielte er auf Klassik- Festivals in Metz, Marseille und Paris.


Ingo Höricht studierte Violine bei Maria Grevesmühl und Wolfram König. Von Stilgrenzen hat er noch nie etwas gehalten. Als Solist und Kammermusiker (u.a. mit dem Lamberti Streichquartett) ist er häufig in klassischen Konzerten zu hören - u.a. auch mit seinen eigenen Kompositionen. Er schreibt den Großteil der Musik für die New-Acoustic-Band Mellow Melange, mit der er als Geiger und Bratschist durch die Republik tourt. Seine Kompositionen und Produktionen in den Bereichen Pop, Folk, Jazz, Chanson, Schlager, Musical, Filmmusik und Kammermusik wurden auf vielen LPs und CDs veröffentlicht und sind z.T. auch im Notendruck erschienen. Zuletzt erregte das Literatur-Musik-Projekt Orient Express mit Renato Grünig als Sprecher, der Band Mellow Melange und Kompositionen von Höricht Aufsehen.


Bibliographie


Mottenlicht
Erzählungen. Kiepenheuer & Witsch, 2003


"Schluß mit der Spielzimmerbehaglichkeit: Antje Wagner zeigt, daß die Monster nicht unter dem Bett sind, sondern längst in unseren Köpfen." (taz)



Hinter dem Schlaf
Roman. Kiepenheuer & Witsch, 2005


"Ein modernes, vor allem aber raffiniertes Märchen für Erwachsene." (taz)

"Ein Roman, der so fesselnd ist wie ein guter Krimi und durch seine sprachliche Klarheit besticht." (Escape)




Die Gärten bist du
Erzählungen. Querverlag, 2003


"Ein sehr verführerisches, sehr skurriles und immer mit großer Sicherheit geschriebenes Erzählbuch." (Pride)

"Die Erzählungen sind gnadenlos romantisch, und das -erstaunlich- funktioniert ... Es funktioniert auch, weil die Texte mit dem Unheimlichen, dem Grausamen, dem Überraschenden arbeiten. Viele der Erzählungen nehmen eine eigenartige Wendung, enthalten Rätsel oder spielen gekonnt mit einer Gruselkulisse." (Freitag)

Lüge mich
Roman. Querverlag, 2001


"Das Schöne an Lüge mich ist, daß es von der ersten bis zur letzten Lüge sprachgewaltig bleibt."
(Märkische Allgemeine Zeitung)


Der gläserne Traum
Roman. Querverlag, 1999


"Antje Wagner traut ihrer Sprache eine Sinnlichkeit zu, die in der heutigen Literaturszene selten, wenn nicht gar tabuisiert ist." (Potsdamer Neueste Nachrichten)


Das Copyright der Texte liegt beim Verlag Kiepenheuer & Witsch. [ http://www.kiwi-koeln.de/ ]

Kontaktadresse: antjewagner45@gmx.de






 
 
Letzte Aktualisierung:
Dezember 2016

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