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  » Wir und unsere Musik | » LIVE-PROJEKTE | Orient-Express


Musik & Literatur • Konzert & Lesung


Mellow Melange und Rainer Iwersen (Bremer Shakespeare Company)
Projekt: Orient-Express (nach Graham Greene)


Zur Entstehung des Projekts "Orient-Express"
Pressebericht vom 4. Februar 2013
 
» Bildergalerie





Leider ist unser Freund und Kollege,
der Schauspieler und Regisseur Renato Grünig,
am 28. September 2010 verstorben.

Das Projekt wird jetzt mit Rainer Iwersen als neuem Sprecher fortgeführt.
Rainer Iwersen, ein enger Freund und Weggefährte Renato Grünigs
ist Gründungsmitglied der Bremer Shakespeare Company
und war viele Jahre festes Mitglied des Ensembles.
Auch heute noch führt er immer wieder bei Produktionen
der Shakespeare Company als Gast Regie.

»
Weitere Informationen zu Rainer Iwersen





Eine spannende und atmosphärisch dichte Reise durch Europa.
Die Musik begleitet die Hauptpersonen des Graham Greene-Klassikers im Orient-Express von Ostende über Köln, Wien und den Balkan bis Istanbul. Die Beziehungen der Charaktere untereinander und die fast ständige Bewegung und Präsenz des Fahrens, die abwechslungsreiche Landschaft, durch die der Orient-Express fährt, und die verschiedenen Stationen, an denen er hält, legen vielfältige musikalische Assoziationen nahe.

Die Kompositionen und Improvisationen von Mellow Melange sind Weltmusik im eigentlichen Sinne des Wortes: Musik ohne Stil- und Ländergrenzen, offen für Einflüsse und Anregungen aus allen Kulturen und Epochen. Arabische Melodik, Klezmeranklänge, krumme Balkanmetren, kammermusikalische Stimmführungen, jazzige Phrasierungen, virtuose Soli und immer wieder wunderschöne Melodien zum Darinversinken ...
 


Der Sprecher Rainer Iwersen (Gründungsmitglied und Regisseur der Bremer Shakespeare Company), liest Ausschnitte aus dem Roman - streckenweise synchron zur Musik, welche die Handlung kommentiert bzw. konterkariert, streckenweise allein.

Dann wieder erzählt die Musik auf sich gestellt und mit ihren Mitteln die Geschichte weiter. Greene benutzt eine sehr bildhafte, teilweise auch lyrische Sprache, die mit ihrer Schönheit und Intensität nicht nur die Handlung vermittelt sondern auch unmittelbar für sich wirkt.

Ihre große literarische Kraft und ihr außergewöhnlicher Farbenreichtum befreien von der Notwendigkeit, die Story des Romans in allen Verästelungen und Details wiederzugeben. Durch diese einzigartige Fusion von Literatur und Musik wird der Zuhörer an die Hand genommen und durch Höhen und Tiefen der gegensätzlichsten Emotionen begleitet. Er wird Zeuge von Liebe, Mord, Eifersucht, Revolution und Intrige.

Musik und Text intensivieren sich gegenseitig in magischer Weise: Gemeinsam erzählen sie eine Geschichte - mit ihren eigenen Mitteln, auf ihre eigene Art und Weise - und verbinden sich so zu einem Ganzen, das Kopf, Herz und Sinne berührt.




   


Graham Greene (1914 - 1991), der englische Schriftsteller und Journalist, der während des zweiten Weltkrieges auch als Agent des britischen Aussenministeriums in Westafrika tätig war, wurde durch Romane berühmt, in denen er seine Figuren sich immer wieder in Konfliktsituationen politischer, psychologischer und moralisch-religiöser Art verstricken lässt. So spielen seine Geschichten oft an Schauplätzen heftiger politischer Umstürze und sozialistischer Revolutionen. Greene selbst geriet als persönlicher Freund Fidel Castros und des Sandinistenführers und nicaraguanischen Präsidenten Daniel Ortega zeitweise ins Überwachungsvisier des FBI. Seine Spionage- und Kriminalromane sind weltberühmt und oft verfilmt worden. Man darf Greene als einen der meistverfilmten Autoren des zwanzigsten Jahrhunderts bezeichnen.

Den Roman Orient-Express (Originaltitel: Stambul Train) z.B. schrieb der Autor 1932 mit gezieltem Schielen auf eine mögliche Verfilmung, die dann 1933 in der Regie von Paul Martin auch zustande kam. So lugt das Filmdrehbuch aus jedem noch so kleinen geschilderten Detail und die wechselnden Schauplätze, durch die uns der Zug führt, und nicht zuletzt die Menschen, die aus ihren persönlichen Geschichten im und durch den Orient-Express in eine gemeinsame Geschichte geraten, sind idealer Stoff für eine Verfilmung. Ihre Begegnungen, die die Story zu einem Furioso aus Lust, Gier, Intrige, Revolution und Tod verdichten, verändern das Leben jeder einzelnen Hauptperson grundlegend.

Rainer Iwersen wurde 1945 in Eutin geboren. Nach einem abgebrochenen Studium der Literatur und Philosophie studierte er in München Schauspiel an der Staatlichen Hochschule für Musik und Theater bei Prof. Eduard Marks. Nach verschiedenen Engagements als Schauspieler und Regisseur war Iwersen 1984 Mitbegründer der bremer shakespeare company. Dort spielte er bis 1995 fest im Ensemble, seit 1995 als Gast. Außerdem war und ist Iwersen als Übersetzer von Shakespeare-Stücken (bei S. Fischer im Theaterverlag), u.a. Romeo und Julia, Was Ihr Wollt, Ein Sommernachts-traum, Der Sturm, König Lear, Macbeth, Richard II. und III, als freier Regisseur und als Rezitator/Sprecher, u.a. mit dem Nomos-Quartett und Uli Beckerhoff und Mellow Melange tätig.

Seit Jahren macht Mellow Melange akustische Musik jenseits aller Genres in ungewöhnlicher Instrumentierung (zwei Violinen, Viola, Saxophone, Klarinette, Querflöte, Gitarre, Banjo, Klavier, Kontrabass und Gesang).
Das Ensemble spielt ausschließlich Eigenkompositionen. Mit unterschiedlichen Programmen tritt Mellow Melange auf Klassik- und Jazzfestivals, in Kulturzentren und Bürgerhäusern, Clubs und Theatern, Museen und Parks, auf Stadtfesten und zuweilen in großen Hallen auf. Als Vorband von Ex-Rolling-Stone Bill Wyman und seiner Band tourte Mellow Melange im Frühjahr 2000 durch die Republik. Das Ensemble hat bisher drei Alben veröffentlicht.
Alle Mitglieder von Mellow Melange spielten oder spielen noch in vielen anderen Formationen - vom Streich- und Saxophonquartett, Barockorchester und Ensemble für Neue Musik über Jazz der unterschiedlichsten Spielarten, Salza, Fado, Folk, Swing und Salonmusik, bis zum Blues, HipHop und Drum\'n Bass. Diese Einflüsse und Hintergründe fliessen bei Mellow Melange zu einem ganz eigenen unverwechselbaren Stil zusammen.


Zur Entstehung des Projekts "Orient-Express"

Als ich Graham Greene's "Orient-Express" (auf einer längeren Reise) zum ersten Mal las, hörte ich sofort Musik.

Ich hörte die Musik in Greene's Sprache, ich las den Roman wie ein Hörspiel, zu dem die Musik noch geschrieben werden mußte. Und mir fiel Musik ein. Eigene Musik. Themen, Stücke, die ich vor Wochen, Monaten oder Jahren geschrieben hatte, die in irgendwelchen Skizzenbüchern oder auf der Festplatte meines Computers schlummerten, als ob sie auf den "Orient-Express" gewartet hätten. Der Roman spielt in einer musikalische Welt, die mir sehr nahe liegt, Wien, der Balkan, Istanbul, ein Jude also Klezmer, Liebe, Revolution und das Fahren, immer weiter fahren.

Ich kenne die Länder, durch die der Orient-Express fährt, (ich bin vor Jahren dieselbe Strecke im Zug gefahren, allerdings rückwärts, von Istanbul nach Bremen), und ich liebe türkische Musik, krumme Metren, Klezmer, Wiener Walzer.... Hinzu kommt die überschaubare Anzahl an Personen, sechs genau gezeichnete Charaktere, also sechs Melodien, Themen, Leitmotive. Ich kritzelte den Roman mit meinen Notizen voll, diese Takte könnten passen und diese Melodie, ich ordnete zu und an und begann schließlich, neues Material zu schreiben: Neue Themen und Themen in immer neuen musikalischen Szenerien. Wieder zu Hause arbeitete ich das musikalische Material aus. Und dann wurde geprobt, arrangiert, kritisiert, verändert, verworfen, neu komponiert, wieder geprobt und durch die Mellow-Melange-Mühle gedreht. Heraus kam die "Orient-Express-Suite", die wir in Auszügen schon seit längerem auf unseren Konzerten spielen. Instrumentalmusik, zu der man Szenen aus dem Orient-Express assoziieren kann, die aber auch für sich stehen kann.

Die Idee, den Romantext (in Auszügen) mit der Musik zusammen zu bringen, hatte ich von Anfang an. Aber zur Realisierung dieser Idee mußte ich regelrecht gedrängt werden. Ich hatte Zweifel, ob die Musik tatsächlich als akustische Grundlage für einen Erzähler geeignet ist, ob sie nicht selbst zu viel erzählt, zu absolut ist. Das mußten wir ausprobieren. Wir konnten Renato Grünig für das Projekt begeistern und begannen zu proben. Die erste Probe war ein Test. Wir hatten Textpassagen vom Beginn des Romans ausgewählt, drei Personen werden vorgestellt, für jede gab es ein Thema, das sich auf einem düsteren harmonischen Grund, dem naßkalten, nebeligen Hafenkai von Ostende, entfalten konnte. Wir spielten, Renato las - und es passte.

Dann begannen wir, weitere Textstellen auszuwählen. Renato ging es vor allem um die Passagen, die für die Dramaturgie, für den Nachvollzug der Romanhandlung unabdingbar waren, mir lag mehr der musikalische Gehalt der Passagen und das Verhältnis von Text und Musik am Herzen. Mit dem Ergebnis sind wir beide sehr zufrieden.

(Ingo Höricht)


Rainer Iwersen: Sprecher
Sonja Firker: Violine, Stimme und Blockflöte
Matthias Schinkopf: Saxophone, Klarinette, Querflöte, Blockflöte und Percussion
Ingo Höricht: Violine, Viola und Gitarre
Michael Berger: Piano und Chord-Harp
David Jehn: Kontrabass, Stimme, Banjo und Blockflöte

Kompositionen: Ingo Höricht
Arrangements: Mellow Melange (Sonja Firker, Matthias Schinkopf, Michael Berger, David Jehn und Ingo Höricht)

COPYRIGHT NOTICE:
Graham Greene: Orient-Express / Stambul Train
(c) Verdant SA, 1932
Mit freundlicher Genehmigung von David Higham Associates, London
und des Paul Zsolnay Verlages, Wien.
Aus dem Englischen von Gerhard Beckmann.
Alle Rechte der deutschen Übersetzung (c) Paul Zsolnay Verlag Wien 1989.



Pressebericht vom 4. Februar 2013

Pressebericht von der Aufführung des musikalisch-literarischen Reisekrimis "Orient-Express"
am 1. Februar 2013 im Bürgersaal Rehburg-Loccum.






 
 
Letzte Aktualisierung:
Dezember 2016

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