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  » Wir und unsere Musik | » LIVE-PROJEKTE | Shakespeares Sonette


Shakespeares Sonette - vertont von Mellow Melange


"Nimm mich hin, Dein Will" Shakespeares Sonette, vertont von Mellow Melange,
gesprochen von Petra Janina Schultz (Bremer Shakespeare Company)


Aufführungen unserers Shakespeare Programms:
Mellow Melange – der Name ist Programm
Biografien
Hörproben
PRESSESTIMMEN
 
» Bildergalerie



Aufführungen unserers Shakespeare Programms:

Foto: Marianne Menke

4. März 2017, 20.00 Uhr, Bremen, Haus im Park, Züricher Str. 40

31. August 2017, 19.00 Uhr, Bielefeld, öffentliches Fernsehkonzert im Kanal 21 (Meisenstraße 65 / Halle 11)

9. September 2017, 19.00 Uhr, Südbrookmerland, Haus am Meer

5. November 2017, 19.00 Uhr, Bremen, Lür Kropp Hof

6. November 2017, 20.00 Uhr, Wolfsburg, Theater





Foto: Marianne Menke



 
Oberflächlich und formal betrachtet scheinen die Sonette Shakespeares nicht viel mehr zu sein als ein klassischer Gedichtzyklus, in denen es um das Jahrtausende alte Thema Liebe geht. Doch weit gefehlt! Mit Form und Thema hören die Parallelen zu ähnlichen Werken seiner Zeitgenossen schon auf: Es würde nicht „Shakespeare“ draufstehen, wenn sich dem Leser nicht weitaus mehr böte als die züchtige, fleischlose Anbetung einer geliebten Person, deren Selbstzweck die Huldigung an sich darstellt. Denn wäre das Trugbild der idealen Frau nicht spätestens dann zerstört, wenn aus der unerfüllten eine erfüllte Leidenschaft würde? Würde die Herzensdame nicht, wenn sie sich dem Werbenden hingäbe, in ihrer plötzlichen Transparenz und Erreichbarkeit von ihrem Sockel der scheinbaren Unbeflecktheit gestürzt? 

Natürlich wird auch bei Shakespeare tüchtig geschwärmt: Er preist die Vollkommenheit seines Gegenübers und beschäftigt sich mit Verlustangst, Eifersucht und der Idee von unendlicher Schönheit. Jedoch sind seine Sonette überraschend anders als die seiner Zeitgenossen: In ihnen findet man Anbetung, die alles andere als keusch und im besten Sinne unromantisch ist. Dabei legt er sich nicht einmal auf EINE geliebte Person fest, sondern wirbt um zwei und kostet dabei von den Vorzügen beider Geschlechter. Dabei kommt es durchaus vor, dass er sich im Ton vergreift, seiner Frustration durch Wutausbrüche Ausdruck verleiht oder sich in zotigen Wortspielereien verliert. Das "lyrische Ich" ist durchaus nicht immer so charmant wie es die klassische Minne verlangt…

Die große Bandbreite an Shakespear’schem Liebeswerben, wie es in seinen Sonetten stattfindet, auf die Bühne zu bringen, ist Ziel dieses Programms! Die Musik möchte den Zuhörer berühren, verzaubern, verstören und mitleiden lassen, und die Texte erzählen uns, was wir ja eigentlich alle schon seit Shakespeares Zeiten wissen: So einfach ist das mit der Liebe leider nicht. Und wenn wir ehrlich sind: Manchmal macht das Leiden an der Liebe fast mehr Spaß als die Liebe selbst ...


Foto: Marianne Menke


Mellow Melange – der Name ist Programm

© Marianne Menke

Die musikalische Skala des Ensembles ist genauso vielfältig, wie das Wort „mellow“ Bedeutungen hat: freundlich, heiter, lieblich, locker, reif, sanft, weich. Oder doch eher mürbe, saftig oder gar benebelt? Auf jeden Fall eingängig, berührend und gleichzeitig anspruchsvoll und raffiniert. Musik für Kopf, Herz und Sinne. Ist es Jazz oder Pop? Folk oder Chanson? Weltmusik oder gar klassische Kammermusik?


Die Band hat schon lange aufgehört, Antworten auf solche Fragen zu geben und macht stattdessen Musik, schreibt Songs, produziert immer wieder neue Alben und Projekte und kreiert dabei einen ganz eigenen, unverwechselbaren Stil.
                                               
Mit ihrer Liebe zur Literatur konnte sich Mellow Melange in der Vergangenheit musikalisch schon mehrfach beschäftigen: 2006 erschien das Album „An Luna“ mit Vertonungen deutschsprachiger Gedichte von Goethe, Rilke, Kästner, Fried, Mascha Kaleko und Ulla Hahn. Außerdem erregte die instrumentale Bearbeitung des Romans „Orient-Express“ von Graham Greene, in der die Musik zwischen, unter, gegen und gemeinsam mit dem gelesenen Text die Geschichte erzählt, bundesweites Aufsehen. Die beiden Sprecher dieses Projektes, Renato Grünig und Rainer Iwersen, zählen zu den Gründungsmitgliedern der Bremer Shakespeare Company und regten die Band zur Auseinandersetzung mit Shakespeares Sonetten an. Iwersen, ein renommierter Übersetzer von Shakespeare-Texten, hat eine Vielzahl von Sonetten ins Deutsche übertragen. Einige davon werden in diesem Programm von Petra Janina Schultz vorgetragen. Vertont wurden jedoch nicht die deutschen Übersetzungen, sondern die englische Originalfassung. Dabei sind kurze, charakteristische Songs von bestrickender Schönheit entstanden. Die Texte - in ihrer fließenden Metrik bereits selbst schon fast Musik - machen das Vertonen gleichzeitig leicht und schwer: Leicht, weil sich die melodische Umsetzung der Verse beim Lesen fast von selbst ergibt; schwer, weil trotz immer wiederkehrender identischer Metrik und Form jedes Sonett in ganz eigenem Gestus und Charakter umgesetzt werden möchte. So erhalten die Musiker von Mellow Melange die Gelegenheit, ihre stilistische Vielfalt in vollem Maße zur Anwendung zu bringen: Alle geraden und ungeraden Taktarten vom 2/4- bis zum 7/8-Takt kommen zum Einsatz, und als neue Farbe in der Band-Geschichte sorgen nicht zuletzt die Blockflöten dafür, dass es zuweilen nach Dowland oder Purcell, aber immer nach Shakespeare klingt.

  Petra Janina Schultz liest die deutschen Übersetzungen der Sonette manchmal auf einem minimalistischen musikalischen Teppich, der allmählich in den Song übergeht; manchmal konfrontiert oder unterbricht sie die Schönheit einer musikalischen Liebeserklärung mit einem Sonett, in dem es schamlos und vulgär zugeht, und manchmal werden wütende Worte und sanfte Töne oder schräge, schrille Klänge und zärtliche Worte auf verstörende Weise miteinander verquickt. All diese Brüche und Gegensätze machen das Programm spannend und interessant, ohne dass der ungebrochene Genuss von lyrischer und musikalischer Schönheit zu kurz käme.  



Petra Janina Schultz: Rezitation und Gesang
Sonja Firker: Gesang, Violine, Autoharp, Blockflöte
Matthias Schinkopf: Querflöte, Blockflöte, Klarinette, Saxophon, Gesang und Percussion
David Jehn: Kontrabass, Gesang, Mandoline, Blockflöte
Ingo Höricht: Geige, Bratsche, Gitarre
Michael Berger: Klavier




Foto: Marianne Menke


Biografien

Petra Janina Schultz / Rezitation und Gesang

Petra Janina, geboren 1972 in Berlin, schloss ihre Schauspielausbildung 1996 in der Theaterwerkstatt Charlottenburg, Berlin ab. Ihre Theaterstationen: 1996 Junges Theater, München; 1997 Theater Erfurt; 2000 Kresch (Kinder- und Jugendtheater, Krefeld). An der Deutschen Schauspieler Akademie München absolvierte sie 2000 eine Sprecherausbildung. Seit 2001 ist sie Ensemblemitglied der Bremer Shakespeare Company.

Sie spielte in König Lear, Komödie der Irrungen, Ein Heldenstück, Die Zähmung der Widerspenstigen, Zwei Herren aus Verona, Ein Sommernachtstraum, Wie es Euch gefällt, Julius Cäsar, Antonius und Cleopatra, Caliban und Shakespeare‘s Pleasure Island, Kabale und Liebe für zwei, Der Kaufmann in Venedig, Viel Lärm um nichts, Der Sturm, Timon aus Athen, King Lear, Pericles und Shakespeares König: Mord, Macht, Tod.
 
Foto: Marianne Menke
  


Sonja Firker / Gesang, Violine, Autoharp, Blockflöte

Sonja ist v.a. Sängerin und Geigerin, holt aber durchaus noch mehr Instrumente aus der Tasche, wenn es darum geht, ein Stück musikalisch vielfarbiger zu gestalten: Dann kommen u.a. Bratsche, Flöte, Autoharp oder Mandoline zum Einsatz. Sie spielt und singt in Bands und Ensembles der unterschiedlichsten Stilrichtungen (u. a. im Geigen-Pop-Quartett Babaji, im Casanova Society Orchestra, in der Jazz-Pop-Band Mellow Melange, als Backgroundsängerin bei Schlager-Star Semino Rossi), spielte Hauptrollen in mehreren musikalischen Theaterproduktionen und arbeitete sowohl im Studio als auch live mit vielen nationalen und internationalen Stars (Temptations, Seal, Meat Loaf, Sarah Connor, Bodo Wartke, Otto Waalkes, Joy Denalane, Niels Frevert, Andrea Berg, Udo Jürgens, Mark Forster, Rod Stewart). Sonja ist YAMAHA-Artist.



Foto: Marianne Menke
Michael Berger / Klavier

Michael Berger spielte in verschiedenen Projekten zusammen u.a. mit Vinko Globokar, Eberhard Weber, John Taylor, John Abercrombie, Paul McCandless, Gunnar Plümer, Jo Thönes, Uli Beckerhoff, Mathias Nadolny und Maria de Fatima. Seine aktuellen Bands sind (neben seinem Duo mit Höricht und den gemeinsamen Ensembles der beiden Musiker) “Les Rabiates” (city-trash-rock’n’roll-beat), “Cinema” (music for movies to come), “Musica de Barrio” (Tango, Melonga, Jazz), “Dozenthology” (zwölftönig komponierter Jazz). Berger machte Tourneen durch Finnland, Schweden, Norwegen, Frankreich, England, Irland, die Schweiz, die Türkei und die Niederlande. Mit dem Joèlle Leandre Oktett spielte er auf Klassik- und Jazz-Festivals in Metz, Marseille, Paris und New York.



Matthias Schinkopf / Querflöte, Blockflöte, Klarinette, Saxophon, Gesang und Percussion

Matthias arbeitete und arbeitet mit national/international bekannten Künstlern auf der Bühne
wie z.B. James Last, Greetje Kauffeld, Paul Anka, Bill Ramsey, Ted Herold, Peter Petrel, Chuck Findley, Klaus Lage und Joe Cocker. Seine aktuellen Bands sind neben Mellow Melange: Schné Ensemble, Swingin‘ Fireballs (Swing), Metropol-Ensemble (Clazz) und das André Rabini Sextett. Seit 2012 ist Matthias Dozent für klassisches Saxophon an der Hochschule für Künste in Bremen.


David Jehn / Kontrabass, Gesang, Mandoline, Blockflöte

David konzertierte europaweit u.a. mit der Uli Beckerhoff Group, Alex Gunias Groove Cut, und mit Barry Ryan. Seit 1999 ist er Dozent für E-Bass und Kontrabass an der Hochschule für Musik in Bremen. Er schreibt und arrangiert für Film und Hörspiel und bekam für die Musik zu „Assars Abenteuer“ den „Terre des Hommes Preis“. Für die Kinder-CD „Was macht die Maus im Sommer“ bekam er den Preis der Deutschen Schallplattenkritik.
Er veröffentlichte Tonträger u.a. mit der Ethno Formation Leyli, Nagara, Christiane Mueller, No Mercy, The Kingfish, Maria de Fatima, Dave Goodman, Marialy Pacheco sowie zahlreiche eigene Alben. Seit 2003 arbeitet er als Theatermusiker am Goethetheater Bremen u.a. mit Gabriela Maria Schmeide.


Ingo Höricht: Geige, Bratsche, Gitarre

Ingo Höricht hat von Stilgrenzen noch nie etwas gehalten und spielte schon als Schüler und während seines Violin-Studiums in der Folk-Jazz Formation “Kolibri” und im Lamberti Streichquartett nicht zuletzt seine eigene Musik. Er produzierte und veröffentlichte inzwischen fast 40 Alben mit eigenen Kompositionen in den Genres Chanson, Jazz, Pop, Folk, Filmmusik, Kammermusik und Avantgarde – in den unterschiedlichsten Besetzungen vom Solostück für Basstuba oder Piccoloflöte bis zum Symphonieorchester. Ein großer Teil seiner Kompositionen sind Songs/Lieder/Chansons, die er für seine Ensembles und für andere Interpreten schreibt. Dabei nehmen die Vertonungen deutsch- und fremdsprachiger Lyrik einen großen Raum ein.




Foto: Marianne Menke


Hörproben

 
  


PRESSESTIMMEN

Foto: Marianne Menke

Beate Ney-Janßen über unseren Auftritt am 29.10.2016 in der Romantik Bad Rehburg

Shakespeare – in vielen Facetten Grandioser musikalisch-literarischer Abend

„Mellow Melange“ hat es gepackt und deswegen haben sich die fünf Musiker darüber hergemacht, die Sonette zu vertonen. Angesichts der Bandbreite, derer sich das Quintett bei sämtlichen Auftritten bedient, bestehen auch diese Vertonungen nun aus wesentlich mehr als nur einer Musikrichtung und bescherten den Zuhörern einen spannungsreichen Abend. Da machte es absolut nichts aus, dass der Gesang von Sonja Firker im Original-Text – also reichlich altertümlichem Englisch – vorgetragen wurde. Shakespeare, der Schmachtende, Shakespeare, der Schelm, Shakespeare, der Leidende und alle anderen Facetten seiner Dichtkunst haben auch jene heraushören können, die mit der Übersetzung dieser Sprache überfordert waren.
Auf das, was er im Wortlaut hinterlassen hat, musste dennoch keiner vollkommen verzichten, denn für die Rezitation dessen stand schließlich die versierte Shakespeare-Darstellerin zur Verfügung. Das machte sie mit höchstem Vergnügen und sichtlich auch zum Vergnügen ihres Publikums – ob nun schwärmerisch oder frech, zärtlich oder neckisch, im Dialog mit der Sängerin, selbst rappend oder im vergnügten Tanz, bei dem sie dem Publikum gerne auch einmal ihre Kehrseite präsentierte.
So kann ein grandioser musikalisch-literarischer Abend aussehen – darin waren sich die Gäste einig.\"






 
 
Letzte Aktualisierung:
Dezember 2016

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